Allgemeines

Einleitung

Jedes Jahr wird in Deutschland bei ca. 160.000 Frauen die Gebärmutter entfernt (Hysterektomie). In mehr als 80% der Fälle kommt es zur Hysterektomie auf Grund von Störungen in der Monatsblutung, Myomen oder einfach, weil die Gebärmutter vergrößert ist. Für ein Drittel bis zur Hälfte der Patientinnen wäre eine weniger invasive Operationstechnik einsetzbar. Vielfach gibt es keinen Grund, übereilt einer Hysterektomie zuzustimmen. Mehr denn je ist es ratsam, sich zuerst einmal Informationen zu beschaffen und die Vor- und Nachteile einer Gebärmutterentfernung sorgfältig abzuwägen. 

Störungen der Monatsblutung

Die Gebärmutter ist ein birnenförmiges, muskuläres Hohlorgan mit einer typischen Länge zwischen sieben und neun Zentimetern. Sie ist innen mit einer Schleimhautschicht ausgekleidet, dem Endometrium, in welcher sich im Falle einer Schwangerschaft das befruchtete Ei einnisten kann. Liegt keine Schwangerschaft vor, wird die Schleimhautschicht ca. alle 28 Tage erneuert. Mindestens eine von fünf Frauen im Alter zwischen 35 und 50 Jahren leidet an schweren und verlängerten Monatsblutungen, zudem oft einher gehend mit heftigen vormenstruellen Beschwerden. Diese können ihre Ursache haben in hormonellen Schwankungen vor oder während der Menopause, gutartigen Wucherungen in der Gebärmutter (Polypen, Myome), bestimmten Infektionen aber auch in chronischen Erkrankungen. Die hiervon betroffenen Frauen weisen Symptome auf, wie beispielsweise starke und unkontrollierbare Blutungen, heftige Krämpfe im Unterleib, Anämie, Brechreiz, Müdigkeit und eine verringerte Lebenskraft. Ihre Lebensqualität ist beeinträchtigt. In solchen Fällen betrachten sich die Frauen häufig als „nicht vorzeigbar“ und ziehen sich in sich zurück. Sie schränken ihre Aktivitäten ein, was wiederum negative Auswirkungen auf das Berufs- und Familienleben hat. 

Wann sollte die Gebärmutter entfernt werden?

Für Frauen jenseits der 40 ist die Hysterektomie nach wie vor die populärste Therapieform bei Störungen oder Beschwerden an diesem Organ. Die völlige Entfernung der Gebärmutter hat tiefgehende Auswirkungen für die Frauen und führt oft zu körperlichen oder seelischen Belastungen. Daher sollte die Entscheidung für eine Hysterektomie sorgfältig abgewogen werden. Eine Operation ist jedoch immer dann unausweichlich, wenn Vorstufen von Krebs oder Krebs diagnostiziert werden. Diese zwingenden Indikationen gelten jedoch nur in ca. 20% der Behandlungsfälle. 

Die Behandlung von Blutungsstörungen

Für den Fall von Blutungsstörungen, die auf keine hormonelle Behandlung oder Ausschabung ansprechen wird häufig die Gebärmutterentfernung als die einzig Erfolg versprechende Maßnahme angesehen. In den meisten Fällen könnte jedoch das Organ erhalten bleiben, kämen moderne, weniger invasive Methoden zum Einsatz. So wird beispielsweise bei einem als Endometriumablation oder –koagulation bezeichneten Verfahren nur die Gebärmutterschleimhaut und eine dünne Schicht von Muskelgewebe durch Hitzebehandlung verödet. Der Eingriff erfolgt über die natürliche Öffnung der Gebärmutter. Hierzu existieren mehrere Methoden: elektrochirurgische Instrumente, Heißwasserballons sowie Hochfrequenz- und Mikrowellenchirurgie. Nach der Behandlung wird die Gebärmutterschleimhaut vom Körper ausgestoßen. Danach kommt es zu keinen bis geringen Monatsblutungen. Diese Behandlungsformen können in einer Tagesklinik unter kurzer Vollnarkose durchgeführt werden. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass keine malignen Veränderungen der Gebärmutterschleimhaut vorliegen und dass die Patientin mit der Familienplanung abgeschlossen hat. 

(Quelle: Ein Beitrag von Dr. Kruschinski in der ZDF Sendung „Ratgeber Gesundheit)